„Was ich vom Theater will, ist die Freiheit des Zuschauers, nicht seine Bevormundung“ war sein Credo. Von 1976 bis 1986 war er Burgtheaterdirektor. „Gemessen an ihrer Bedeutung“ sei die Amtszeit von ­Benning  an der Spitze des Wiener Burgtheaters „eine der meistunterschätzten“, ­konstatierte der Wiener Theaterwissenschaftler Peter ­Roessler. Bis 1992 leitete Benning das Schauspielhaus Zürich, dann arbeitete er frei. Er brachte u. a. Werke von Václav Havel und Pavel ­Kohout in Wien zur Aufführung.

Adieu, Achim!

Redaktion, 28.03.2024

Pavel Kohout, 95, ehemals verbotener tschechischer Dramatiker, schreibt über Achim Benning (1935–2024), „seinen“ Wiener Burgdirektor. Es ist ein Nachruf und zugleich ein großes Zeitdokument.

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Es war ein Jahr nach der Charta, im Jänner 1978. Nach dem Rauswurf aus der Wohnung auf dem Hradschin-Platz platzte in unserem Sommersitz an der Sázava der Kessel. Die Havels überwinterten auf dem Land und boten uns ihre Prager Wohnung an. Die Stimmung wurde nur von den starken Freundschaftsbanden mit ähnlich „Gestrandeten und Selbsternannten“, wie uns die Tageszeitung „Rudé právo“ bezeichnete, aufrechterhalten. Eines Morgens weckten mich das Telefon und eine Stimme, die deutsch sprach.

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