Theater in der Josefstadt

Sommergäste

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Aus dem Russischen von Ulrike Zemme

Die Intelligenz – das sind nicht wir! Wir sind etwas anderes. Wir sind Sommergäste in unserem Land … Zugereiste. Wir tun nichts und reden entsetzlich viel.
Warwara Michajlowna

Man könnte es als groteskes Panorama der bürgerlichen Intelligenzija bezeichnen, diese in ihrer selbst gewählten Langeweile festsitzende Gemeinschaft, die Maxim Gorkij 1904, am Vorabend der russischen Revolution, auf Sommerfrische schickt. Weder Existenzängste noch Beziehungsprobleme können hier wirklich verhandelt werden, denn die Unfähigkeit, sich aus bestehenden privaten wie sozialen Mustern zu lösen, bringt Gorkijs Figuren in eine generelle Furcht vor dem Leben, die auch gesellschaftliche Auswirkungen nach sich zieht. Dabei wirft er seinen groteskkomischen Blick bewusst auf eine Bevölkerungsschicht, die es aus historischer Notwendigkeit eigentlich besser wissen müsste.

„Ich wollte jenen Teil der russischen Intelligenz darstellen, der aus den demokratischen Schichten hervorgegangen war und, nachdem er eine gewisse Höhe der sozialen Stellung erreicht hatte, die Verbindung mit dem ihm blutsverwandten Volk verlor, dessen Interessen – nämlich, dass es die Tore des Lebens vor dem Volk weit zu öffnen galt – vergaß …“
Maxim Gorkij

Künstlerisches Team

Regie
Elmar Goerden