Kammerspiele der Josefstadt

Gott

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Biegler: Warum willst du nicht ganz normal sterben, wie jeder andere auch?

Gärtner: Ich sagte schon, das Leben bedeutet mir nichts. Nichts mehr. Und ich will nicht irgendwann ins Krankenhaus, ich will nicht an Schläuchen hängen, ich will nicht aus dem Mund sabbern, und ich will nicht dement werden. Ich will als ordentlicher Menschen sterben, so, wie ich gelebt habe.

Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben bringt immer auch die Frage nach dem Recht auf einen selbstbestimmten Tod mit sich. Nach langen Debatten ist es laut einem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes in Wien vom Dezember 2020 verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten. Bis 2022 hat die österreichische Regierung Zeit, Sterbehilfe gesetzlich zu regeln.

Bis dahin müssen Fragen erörtert werden, wie: Was ist ein Menschenleben in unserer Gesellschaft wert? Mit welchem Maß an Selbst- und Fremdbestimmung wird ein Individuum konfrontiert? Welche Rechte und Pflichten bringt es mit sich, in dieses Leben geworfen zu sein?

Ferdinand von Schirach legt nach seinem Erfolgsstück Terror mit Gott ein neues Verhandlungsdrama vor. Die Frage nach absoluter Autonomie des Menschen wird aus ethischer, politischer und religiöser Sicht beleuchtet, und am Ende ist es am Publikum, mittels Abstimmung eine Entscheidung über den Ausgang der Verhandlung zu treffen.

SchauspielerInnen

Paul Matić
Johannes Seilern
Martin Niedermair
Raphael von Bargen
André Pohl
Oliver Rosskopf
Marcus Bluhm

Künstlerisches Team

Regie
Julian Pölsler
Bühnenbild
Walter Vogelweider
Kostüme
Birgit Hutter
Dramaturgie
Leonie Seibold
Licht
Sebastian Schubert
Autor
Ferdinand von Schirach