Wiener Staatsoper

Don Quixote

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Miquel de Cervantes’ berühmtes Epos über den Ritter von der traurigen Gestalt, der mit seinem Diener Sancho Pansa in die Welt zieht, um gegen gesellschaftliche Missstände anzukämpfen und dabei auch schon einmal eine Windmühle für einen gefährlichen Feind hält oder sich in seinen Träumen in einen märchenhaften Zaubergarten im Königreich der Dryaden entführen lässt, fand 1869 im Moskauer Bolschoi-Theater durch Marius Petipa seinen Weg auf die Ballettbühne.
1966 griff Rudolf Nurejew die turbulente Liebesgeschichte von Kitri und Basil, denen Don Quixote gegen väterliche Widerstände schließlich zur Vereinigung verhilft, für seinen Wiener Don Quixote auf und schuf eine opulente Balletterzählung, in deren hochvirtuosen Tänzen, genauer Charakterzeichnung und farbenprächtigen Bildern voller spanischem Kolorit es zu einer Verbindung der damals rivalisierenden Ballettwelten kam: sowjetische Virtuosität trifft auf eine dramaturgisch schlüssig erzählte Handlung.
Fast 20 Jahre lang, von der Uraufführung bis 1985, stand die Choreographie in Wien am Spielplan, regelmäßig mit Nurejew selbst als Interpret des Basil. 2011 brachte Manuel Legris, der die Produktion in Paris selbst auch in verschiedenen Rollen getanzt hatte, Don Quixote in einer sorgsam aufbereiteten Rekonstruktion, wieder an den Ort seiner Entstehung zurück. 2023 ist Nurejews Ballettkomödie, die mit ihren höchsten tanztechnischen Anforderung eine Visitenkarte für jede Compagnie darstellt, erneut mit dem Wiener Staatsballett zu erleben.

PROLOG
Im Hause von Don Quixote
Der Landedelmann Don Quixote hält sich für einen tapferen Ritter, wie sie in dem von ihm mit Leidenschaft verschlungenen Romanen vorkommen. In seinen Träumen erscheint ihm Dulcinea, Heldin dieser Erzählungen, als seine Auserwählte. Doch sein Nachbar Sancho Pansa, verfolgt von Dienerinnen, denen er ein Huhn gestohlen hat, stört seine Träume. Don Quixote macht Sancho zu seinem ritterlichen Begleiter, und zusammen brechen sie auf, die Welt zu erobern.
I. AKT
Ein großer Platz in Barcelona
Kitri, die Tochter des Wirtes Lorenzo, sucht in der Menge nach ihrem Geliebten, dem Barbier Basil. Ihr freudiger Tanz wird von Lorenzo unterbrochen, der Basil als zukünftigen Schwiegersohn ablehnt, weil er Kitri mit dem reichen und adeligen Gamache verheiraten möchte. Kitri weist diesen jedoch energisch ab. Die Ankunft von Don Quixote und Sancho Pansa beendet ihren Disput. Lorenzo bietet dem Ritter seine Gastfreundschaft an und lädt ihn in seine Herberge ein. Sancho Pansa, der sich etwas zu eifrig um einige junge Damen kümmert, wird von mehreren Burschen attackiert, bis ihm Don Quixote schließlich zu Hilfe eilt. Galant bietet er seinen Arm zu einem Menuett. Gamache ist wütend. Kitri und Basil nutzen die Verwirrung, um zu fliehen.
II. AKT
1. Szene: Zigeunerlager
Kitri und Basil finden Zuflucht in einer Windmühle. Sie werden von Zigeunern überrascht, die sie berauben wollen. Sie merken jedoch sehr schnell, dass die beiden arm sind und versprechen sich eine größere Beute bei Lorenzo und Gamache, die inzwischen das Versteck von Kitri und Basil entdeckt haben. Don Quixote und Sancho Pansa erscheinen ebenfalls. Die Zigeuner werden zu Komplizen der Verliebten. Sie versuchen, Don Quixote gegen Lorenzo und Gamache aufzustacheln. Zu diesem Zweck bauen sie ein Puppentheater auf, wo sie die bedrohte Liebesbeziehung zwischen Kitri und Basil szenisch darstellen. Von dem Spiel mitgerissen, will Don Quixote den Verliebten zu Hilfe eilen und zerschlägt das Theater.
Unvermittelt steht Don Quixote vor der Windmühle. In dem Glauben, mit einem gigantischen Feind konfrontiert zu sein, greift er an, wird aber von den Flügeln fortgerissen und zu Boden geworfen. Als Gespenster verkleidet, versuchen die Zigeuner dem Ritter Schrecken einzujagen. Kitri und Basil gelingt erneut die Flucht.
2. Szene: Der Traum von Don Quixote
Don Quixote, verwundet und halb ohnmächtig, träumt, dass man ihn als Belohnung für seinen Mut und seine Treue in einen Zaubergarten gebracht habe. Die Königin der Dryaden führt ihn zu Dulcinea, der er seine Liebe gesteht. Aber der Traum entschwindet.
III. AKT
1. Szene: Eine Taverne
Kitri und Basil, glücklich, ihren Verfolgern entronnen zu sein, feiern dies mit einigen Freunden in einer Taverne. Aber Lorenzo, Gamache, Don Quixote und Sancho Pansa folgen ihnen auf dem Fuß. Lorenzo ist fest entschlossen, Kitri mit Gamache zu verheiraten. In seiner Verzweiflung täuscht Basil einen Selbstmord vor. Kitri fleht den Ritter um Hilfe an. Dieser zwingt Lorenzo, Kitri mit dem „Sterbenden“ zu vereinigen. Kaum jedoch hat der Vater seinen Segen gegeben, erhebt sich Basil fröhlich. Gamache, empört über dieses Spiel, fordert Don Quixote zum Duell heraus und wird dabei besiegt.
2. Szene: Die Hochzeit
Während Kitri und Basil ausgelassen ihre Hochzeit feiern, brechen Don Quixote und Sancho Pansa zu neuen Abenteuern auf.

Künstlerisches Team

Musikalische Leitung
Robert Reimer
Choreographie
Rudolf Nurejew
Musik
Ludwig Minkus arrangiert von John Lanchbery
Bühne und Kostüme
Nicholas Georgiadis
Licht
Marc Anrochte
Einstudierung
Florence Clerc

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