Der fliegende Holländer

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Die Geschichte vom fliegenden Holländer geht auf Motive aus uralten, über die ganze Welt verbreiteten Seemannssagen zurück, wie die vom Totenschiff, vom Geister-, Gespenster- oder Höllenschiff. Das Kernmotiv ist jedes Mal der Fluch des ewigen Segelns für einen schuldig gewordenen Kapitän. Ihre besondere Ausprägung mit dem sogenannten fliegenden Holländer im Mittelpunkt erfuhr die Sage zu Zeiten der ersten Kapumsegelung am Ende des 15. Jahrhunderts, und sie erlebte ihre literarische Blütezeit im 19. Jahrhundert. Im Altertum war die »unfromme Weltneugier« eine Todsünde, und das Nichtüberschreiten bestimmter mythischer Grenzorte galt als notwendige menschliche Selbstbeschränkung. Denn Erkenntnisbegierde und Entdeckerfreude gingen von jeher mit Besitz- und Herrschaftsstreben einher und trugen den Widerspruch der Zerstörung der Natur und des Menschen in sich. Der Fluch trifft den fliegenden Holländer als kühnen, weltneugierigen Menschen der Neuzeit, der gegen göttliche Gebote, Naturgesetze und Moralvorschriften frei handelt. Das wirft die – bis heute gültige – Frage auf, wie weit sich der Mensch ungestraft in der Welt vorwagen darf und welches im Überschreitungsfall seine Strafe ist.
Ein Sturm hat das Schiff des Seemanns Daland kurz vor seiner Heimkehr in eine Bucht verschlagen. Der zur Wache bestellte Steuermann schläft ein. Plötzlich naht ein großes Schiff und geht krachend vor Anker. Sein Kapitän, der fliegende Holländer, ist verflucht, ewig über die Weltmeere zu segeln. Aber er darf alle sieben Jahre an Land gehen, um eine Frau zu finden, die ihn durch ihre Treue erlöst.
Der Holländer trifft auf Daland und erfährt, dass dieser eine Tochter namens Senta hat. Er bittet Daland um Gastfreundschaft und die Hand Sentas. In Dalands Haus erwarten die Frauen die heimkehrenden Seeleute. Senta singt eine Ballade über das Schicksal des fliegenden Holländers, der einst geschworen hatte, so lange vor einem unbezwingbaren Kap zu segeln, bis er es umschifft haben würde, und sei es ewig. Daraufhin hätte Satan ihn eben dazu verflucht. Senta will die Frau sein, die ihn von diesem Fluch erlöst. Der Jäger Erik, der fürchtet, Sentas Liebe zu verlieren, will sie von ihrer fantastischen Beschäftigung mit dem fliegenden Holländer abbringen. Daland kommt mit dem Holländer. Wie im Traum erkennen Senta und der Holländer, dass sie zueinander gehören – der Holländer verlangt und Senta verspricht ewige Treue.
Dalands Matrosen feiern ihre Heimkehr, die Frauen bereiten die Verlobung vor. Die Matrosen laden die Mannschaft auf dem Schiff des fliegenden Holländers zum Feiern ein, doch diese rührt sich nicht. Plötzlich hebt sich das Meer und die Totgeglaubten lassen einen furchterregenden Gesang hören. Erik will Senta von ihrer Vereinigung mit dem fliegenden Holländer zurückhalten und erinnert sie an ein früheres Treueversprechen. Der Holländer, der das hört, glaubt sich von Senta verraten. Er gibt sie frei, um sie vor dem Tod zu bewahren. Er flieht auf sein Schiff. Senta stürzt sich ins Meer: "Treu dir bis zum Tod!" Das Schiff versinkt.

Künstlerisches Team

Musik
Richard Wagner
Libretto
Richard Wagner
Dirigent
Bertrand de Billy
Daland
Franz-Josef Selig
Senta
Ricarda Merbeth
Erik
Jörg Schneider
Der Holländer
Bryn Terfel
Regie
Christine Mielitz
Ausstattung
Stefan Mayer
Dramaturgie
Eva Walch

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