Wie es euch gefällt von William Shakespeare

In seiner Beziehungs- und Verwechslungskomödie „Wie es euch gefällt“ schickt Shakespeare sein Figurenarsenal auf einen ebenso komischen wie schlauen Selbst(er)findungstrip. Der Erfolg seines Stücks ist ungebrochen.

Herzog Friedrich entmachtet seinen älteren Bruder, der sich daraufhin mit einer kleinen Gefolgschaft im Ardenner Wald verschanzt. Seine Tochter Rosalinde bleibt am Hofe Friedrichs und bei ihrer Cousine Celia. Als es am Hof ihres Onkels für sie eng zu werden droht, flieht sie mit Celia in den Wald – verkleidet sich aber als Mann und gibt sich selbst den Namen Ganymed. Im Wald trifft sie auf Orlando, der nach dem Tod seines Vaters – und daraufhin von seinem älteren Bruder unterdrückt – ebenfalls auf der Flucht ist. Die beiden haben sich zuvor schon einmal gesehen und ineinander verliebt.

Aufgrund ihrer Verkleidung erkennt Orlando Rosalinde aber nicht. Diese wiederum versucht ihren in Liebesdingen völlig unerfahrenen Angebeteten dazu zu bringen, so zu tun, als sei sie Rosalinde (was ja auch stimmt), und um sie (also um Ganymed, aber eigentlich um Rosalinde) zu werben. In der ursprünglichen Inszenierung im elisabethanischen England kam noch eine weitere Ebene der Verkleidung hinzu, denn wie alle Figuren auf der Bühne wurde auch Rosalinde von einem männlichen Schauspieler verkörpert. Am Ende kehren alle Figuren – bis auf den Zyniker Jacques – aus der Parallelwelt des Waldes in die Realität zurück und es kommt zur Doppelhochzeit.

Textgeschichte

Shakespeare, der das Stück um 1599 schrieb, orientierte sich am damals sehr beliebten Schäferroman „Rosalynde, or Euphues’ Golden Legacie“ seines Schriftstellerkollegen Thomas Lodge. Er ergänzte das Handlungsgerüst des Romans allerdings um weitere Elemente wie auch um die beiden Figuren Jacques und Probstein. Im ersten Moment scheint es so, als bekäme das Publikum zu sehen, was ihm gefällt, doch Shakespeare gelingt es, die Erwartungshaltung der Zuschauer*innen immer wieder geschickt zu durchbrechen. Unter anderem durch Rosalindes Rollenspiel-im-Spiel wie auch durch ihr Heraustreten aus der Rolle am Ende des Stückes.

Wie es euch gefällt von William Shakespeare
Foto: Susanne Hassler-Smith

Aufführungsgeschichte

Der Erfolg der um ihre Entstehungszeit uraufgeführten Komödie ist bis heute ungebrochen. Das Stück gehört zu den meistgespielten Texten des berühmten Dramenautors. Die Rolle der Rosalinde zog immer wieder die berühmtesten Schauspielerinnen ihrer Zeit an, unter anderem Darstellerinnen wie Katharine Hepburn und Vanessa Redgrave. Aktuell ist „Wie es euch gefällt“ in einer Inszenierung von Tina Lanik im Burgtheater zu sehen.

Zu den Spielterminen von „Wie es euch gefällt“ im Burgtheater!

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