Jenůfa von Leoš Janáček

Diese Oper brachte ihrem Komponisten im hohen Alter breite Anerkennung. Für Jenůfa-Darstellerin Asmik Grigorian zeigt sich in der Schönheit von Janáčeks Musik, „dass alles im Leben zum Licht strebt".

Inhalt

Jenůfa wartet gespannt auf die Rückkehr ihres heimlichen Geliebten Steva, von dem sie ein Kind erwartet. Sie fürchtet, dass er zum Militär eingezogen wird und sich dann nicht zu ihr und dem Baby bekennen könnte. Doch das Los des Soldaten geht an ihm vorbei. Die Küsterin, Jenůfas Mutter, stellt Steva zur Rede, er möge lange Zeit nüchtern bleiben, um ihre Tochter zur Frau bekommen zu können. Auch Stevas Halbbruder Laca ist in Jenůfa verliebt, sie verachtet ihn jedoch. Aus Eifersucht verletzt er sie mit einem Messer im Gesicht, wodurch sie entstellt ist.

Jenůfa
Eliška Weissová als Küsterin und Asmik Grigorian als Jenůfa. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Dadurch ebbt Stevas Interesse an ihr noch mehr ab. Er ist mittlerweile auch mit der Tochter des Dorfrichters verlobt, als Jenůfa ihr Kind zur Welt bringt. Laca verehrt sie nach wie vor, aber einer Heirat steht das Baby im Weg. Da erzählt ihm die Küsterin, das Neugeborene sei gestorben. Aus der Notlüge wird Wahrheit, als sie das Baby tatsächlich ertränkt. Zu Jenůfa sagt sie, es sei gestorben, als ihre Tochter Fieber hatte. Als Hochzeit zwischen Jenůfa und Laca gefeiert werden soll, entdeckt man plötzlich die Leiche des Kindes unter schmelzendem Eis. Jenůfa wird des Mordes verdächtigt, aber die Küsterin bekennt ihre Schuld. Laca bekennt sich zu Jenůfa und ihrer Liebe.

Werkgeschichte

Als Basis für Janáčeks dritte Oper diente das Schauspiel „Jelíi pastrokyna“ von Gabriela Preissova, das 1890 uraufgeführt wurde. Die Kompositionsarbeiten zogen sich von 1894 an über mehrere Jahre, Janáček integrierte zahlreiche traditionelle Melodien seiner Heimat. Schließlich wurde sein Werk über psychologische Extremzustände zu DER mährischen Nationaloper und brachte dem bereits betagten Komponisten breite Anerkennung.

Jenůfa
Asmik Grigorian als Jenůfa und David Butt Philip als Laca. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Aufführungsgeschichte

Nach der Uraufführung in Brünn 1904 hatte der Komponist die Oper, hier noch unter dem Titel „Jelíi pastrokyna“ gespielt, mehrfach abgeändert, ein Erfolg wollte sich nicht gleich einstellen. 1916 kam die Oper auch in Prag heraus. Der Kritiker Max Brod setzte sich stark für weitere Aufführungen der Oper ein. In seiner Übersetzung kam sie schließlich auch auf Deutsch heraus – zuerst 1918 in Wien mit Maria Jeritza in der Titelpartie sowie in Köln, 1924 dann in Berlin. Nunmehr bekam die Oper den heute gängigen Titel „Jenůfa“ und ging um die Welt.

Prominente Interpreten

In Wien wird diese Oper zuletzt vor allem mit Angela Denoke verbunden, die an der Wiener Staatsoper ab 2002 Jenůfa und ab 2016 dann die Küsterin in der Inszenierung von David Pountney sang. Zuvor hatte Agnes Baltsa die Mutterrolle übernommen. Ähnlich die Situation von Nina Stemme, die international bereits oft als Jenůfa zu sehen war und nun auf die Küsterin wechselt.

In der Wiener Staatsoper ist 2022 Asmik Grigorian als Jenůfa zu sehen. Über ihre Rolle sagt sie: „Was ich nun an dieser Oper besonders schätze und bewundere ist die Tatsache, dass sie uns daran erinnert, dass es nicht einfach gute und böse Menschen gibt. Sie alle sind gleichzeitig gut und schlecht – und sie sind alle sehr menschlich. Jenůfa gehört dazu, ich will sie da nicht ausnehmen.“

Zu den Spielterminen von „Jenůfa“ in der Wiener Staatsoper!