Ein Stück in einer Minute: Gräfin Mariza von Emmerich Kálmán

Eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise entspinnt sich in Emmerich Kálmáns Operette „Gräfin Mariza". Täuschungsmanöver inklusive.

Inhalt

Die Operette in drei Akten ist nach „Die Csárdásfürstin“ das zweitbekannteste Werk des 1882 in Österreich-Ungarn geborenen Komponisten. Das im Theater an der Wien uraufgeführte Stück dreht sich um die als sehr ansehnlich beschriebene Gräfin Mariza, die längere Zeit in der Stadt verbringen möchte und ihr Gut deshalb dem verarmten Grafen Tassilo anvertraut. Dieser verrichtet seinen Dienst unter dem Namen Bela Török und möchte sich mit seinem Gehalt aus der finanziellen Schieflage, in die er geraten ist, befreien. Seine Schwester Lisa weiß allerdings weder von der wirtschaftlichen Misere noch vom Job ihres Bruders. Die Gräfin plant indes ihre Verlobung mit dem Baron Zsupán zu feiern, die sich jedoch als Schwindel herausstellt. Eigentlich möchte sie nur von ihren Verehrern in Ruhe gelassen werden.

Ein Stück in einer Minute: Gräfin Mariza
Caroline Melzer als Gräfin Mariza und Toni Slama als Fürst Populescu in der Inszenierung der Volksoper Wien. Foto: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Zur großen Überraschung der Gräfin gibt es den Baron Zsupán tatsächlich. Er wünscht sich, dass sie ihn zum Mann nimmt. Der erste Akt endet damit, dass Tassilo für Mariza singt. Tassilo bleibt inkognito auf dem Gut und verliebt sich in die Gräfin, die vom Grafen Zsupán nichts mehr wissen möchte. Dieser hat sich in der Zwischenzeit ohnehin in Tassilos Schwester Lisa verliebt. Tassilo öffnet sich in einem Brief einem Freund, dieser gerät jedoch in Marizas Hände, die nun die wahre Identität ihres Gutsverwalters kennt. Sie entlässt ihn, weil sie denkt, dass er es nur auf ihr Geld abgesehen hat. Als Tassilo gerade aufbrechen möchte, tritt glücklicherweise eine reiche Tante von ihm auf, die ihm aus seiner wirtschaftlichen Not hilft. Die beiden Liebenden können endlich zusammen sein.

Verfilmungen

Insgesamt gibt es vier Verfilmungen der Operette. Die erste stammt aus dem Jahr 1925 – von Hans Steinhoff. Zum zweiten Mal wurde die Operette im 1932 von Richard Oswald verfilmt. Im Jahr 1958 erfolgte eine weitere Verfilmung unter der Regie von Rudolf Schündler. Eugen York packte die Operette 1974 mit Dagmar Koller als Gräfin Mariza in einen Film.

Zu den Spielterminen von „Gräfin Mariza“ in der Volksoper Wien