Ein Stück in einer Minute: Giacomo Puccinis Tosca

„Tosca” von Giacomo Puccini ist eine der fünf weltweit am häufigsten gespielten Opern. An der Wiener Staatsoper ist das Stück um Liebe, Leidenschaft, Gewalt und Tod in der legendären Inszenierung von Margarethe Wallmann zu sehen.

Der 1858 im toskanischen Lucca geborene Komponist Giacomo Puccini entstammt einer Musikerfamilie. Schon früh erfolgreich, zählen seine Opern „Manon Lescaut“, „La Bohème“, „Madama Butterfly“, „Turandot“ – und eben „Tosca“ – in allen großen Häusern der Welt bis heute zum Standardrepertoire. ORF III sendete „Tosca“ im Dezember 2020 mit Anna Netrebko in ihrem Titeldebüt und Yusif Eyvazov (Mario Cavaradossi) live aus der Wiener Staatsoper. Für Mai sind weitere Termine vor Publikum geplant. In den Hauptrollen sind diesmal Sonya Yoncheva und Piotr Beczala zu erleben.

Inhalt: Tosca

Die Handlung ist nicht, wie oft geglaubt wird, historisch, sie spielt aber vor dem geschichtlichen Hintergrund der napoleonischen Zeit. Der entflohene politische Gefangene Cesare Angelotti versteckt sich in der Kirche Sant’Andrea della Valle und wird dabei von seinem Freund Cavaradossi, der dort das Altarbild gestaltet, unterstützt. Baron Scarpia, der unerbittliche Polizeichef, ist den beiden auf den Fersen und foltert schließlich Cavaradossi, um Angelottis Aufenthaltsort zu erfahren.

Die Sängerin Floria Tosca, Geliebte von Cavaradossi, kann dem Druck nicht standhalten und verrät Angelotti, der daraufhin Suizid begeht. Cavaradossi soll hingerichtet werden, außer Tosca wäre Scarpia „zu Willen“. Diese ersticht den Polizeichef, Cavaradossi wird erschossen. Tosca selbst stürzt sich von der Engelsburg, um ihrer Verhaftung zu entgehen.

Aufführungsgeschichte

Das erfolgreiche Drama „La Tosca“ von Victorien Sardou diente Puccini und seinen Librettisten als Vorlage für die Oper „Tosca“. Die Uraufführung fand am 14. Januar 1900 im Teatro Costanzi statt und war ein gesellschaftliches Großereignis, dem u.a. die italienische Königin und Komponist Siegfried Wagner beiwohnten.

Das auch ob seiner drastischen Brutalität neuartige Stück wurde sofort ein großer Erfolg und bald an den wichtigsten Bühnen des Landes gespielt. Schon 1902 erfolgte in Dresden die deutsche Erstaufführung. Heute wird „Tosca“ Jahr für Jahr als eine der fünf meistgespielten Opern weltweit geführt.

An der Wiener Staatsoper zu erleben in der beeindruckenden Inszenierung von Margarethe Wallmann aus dem Jahr 1958.

Audio

Seit 1918 wurde „Tosca“ mehr als 250 Mal eingespielt. Zu den bekanntesten Aufnahmen zählen jene mit Maria Callas und Giuseppe Di Stefano (1953) sowie Mirella Freni und Luciano Pavarotti (1978).

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