Über Traumwelten und frohe Eintagsfliegen: Maresi Riegner im Video-Interview

Innerhalb weniger Wochen war Schauspielerin Maresi Riegner in drei verschiedenen Premieren des Burgtheaters zu sehen. Die BÜHNE hat sich mit ihr zum Gespräch getroffen.

Am 19. Mai, also an jenem Tag, an dem sich nach monatelanger Pause die Zuschauerränge der österreichischen Theater wieder füllten, stand Maresi Riegner als Fräulein Julie auf der Bühne des Akademietheaters. Nur zehn Tage später spielte sie in der Premiere von Martin Baltscheits „Nur ein Tag“ die lebensfrohste aller Eintagsfliegen. Doch damit noch nicht genug, denn in Daniel Kramers Inszenierung der Geschichte von „Pelléas und Mélisande“ ist die 1991 geborene Schauspielerin ebenfalls zu sehen – das nächste und vorerst letzte Mal am 27. Juni im Akademietheater. „Es ist natürlich toll, dass ich so viel von mir zeigen kann. Das ist ein großes Geschenk“, erklärt Maresi Riegner, auf die nach der letzten Vorstellung in dieser Spielzeit einige Drehs zukommen.

Zwischen Traum und Realität

In Maurice Maeterlincks selten gespieltem, zwischen Traum und Realität pendelndem Stück „Pelléas und Mélisande“ steht sie als Sohn des riesenhaften Golaud auf der Bühne. Was auf den ersten Blick ganz einfach als Cross-Gender-Besetzung anmutet, wird von Daniel Kramer als Thema auf die Bühne gebracht. Der amerikanische Regisseur ergänzt die von Maeterlinck geschaffene Welt damit um eine weitere wichtige Ebene. „Yinold ist ein Bub, der eigentlich eine Frau sein möchte, also das Gefühl hat im falschen Körper zu stecken. Im Laufe des Stücks kann er sich immer mehr befreien“, sagt Maresi Riegner. Am Anfang hatte sie Zweifel, ob es gelingt, ein so großes und wichtiges Thema in einer doch eher kleineren Rolle unterzubringen, „aber am Ende hat es gut funktioniert“.

„Nur ein Tag“ ist zwar nicht das erste Stück für Kinder und Jugendliche, in dem Maresi Riegner mitspielt, Aufführungen vor Kindern sind für sie trotzdem immer etwas ganz Besonderes: „Die Kinder reagieren sofort, dadurch entsteht ein ganz anderer Tumult im Raum. Sie lachen mit, sagen etwas rein. Es ist schön, wenn man diese Dinge aufgreifen kann und dadurch eine besondere Form der Interaktion entsteht.“ (Julia Schilly/Sarah Wetzlmayr)

Akademietheater: „Pelléas und Mélisande“

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