Inhalt

Werther lernt die Tochter eines Amtmannes, Lotte, kennen und verliebt sich sofort in sie. Zunächst verläuft die Beziehung platonisch, gerade auch deshalb, weil Lotte einem gewissen Albert versprochen ist. Doch Werthers Leidenschaft wird zunehmend stärker und er verbringt mehr und mehr Zeit mit Lotte, die sich dadurch bedrängt fühlt. Sie bittet ihn, sie einige Tage nicht zu besuchen, doch Werther hält sich nicht daran und es kommt zu einem emotionalen Moment: Werther küsst Lotte, die sich verwirrt von ihm abwendet.

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Um ihre Ehre und die mittlerweile vollzogene Ehe mit Albert nicht zu gefährden, beschließt Werther, sich umzubringen. Er leiht sich von Albert eine Pistole und erschießt sich.

Werkgeschichte

Goethes Briefroman erschien 1774 und wurde innerhalb von nur sechs Wochen fertiggestellt. Die Erstausgabe erschien zur Leipziger Buchmesse und wurde gleich zum Bestseller.

Goethe selbst führte eine platonische Beziehung zur verlobten Charlotte Buff und verarbeitet diese im Roman. Das Motiv des Selbstmords lieferte ein befreundeter Gesandschaftssekretär, Karl Wilhelm Jerusalem, der sich in eine verheiratete Frau verliebte und Suizid beging.

Der Roman zog einige Suizide von jungen Männern nach sich, was Goethe auch einiges an Kritik einbrachte.

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Adaptionen

Der Werther beeinflusste viele andere literarische Werke. Christoph Friedrich Nicolai schrieb beispielsweise Die Freuden des jungen Werthers, Thomas Manns Roman Lotte in Weimar schildert die Perspektive Charlotte Buffs.

Der Roman wurde auch als Oper vertont sowie von Ulrich Plenzdorf zum Theaterstück Die neuen Leiden des jungen W. umgewandelt. Jürgen Eick schuf dann 2002 das Drama Feuerherz – Die neuesten Leiden des jungen W., in dem die Handlung ins Jahr 2007 verlegt wird.

Der Stoff wurde auch mehrfach verfilmt, 1938 auch als französischsprachige Fassung, zudem gibt es Hörspielbearbeitungen des Werthers.

Prominente Interpreten

Lotte wurde in den Verfilmungen von Katharina Thalbach und Miram Stein verkörpert. In der Verfilmung Goethe! von 2010 waren außerdem noch Moritz Bleibtreu, Hans-Michael Rehberg und Axel Milberg zu sehen.