Wiener Staatsoper versteigert Kostüme für ihre Nachwuchsarbeit

Am 29. Juni kommen 76 handgefertigte Kostüme aus der Wiener Staatsoper im Dorotheum unter den Hammer. Die Roben stammen aus Produktionen wie „Carmen" oder „Madama Butterfly".

von Redaktion, 22. Juni 2021

Wiener Staatsoper versteigert Kostüme für ihre Nachwuchsarbeit
Kostüm Cio-Cio-San aus „Madama Butterfly". Foto: Katharina Schiffl

Die Lokale haben wieder offen, bald auch die Clubs. Wir hätten da einen Vorschlag für den großen Auftritt nach der langen sozialen Pause. Die Wiener Staatsoper versteigert gerade handgefertigte Kostüme legendärer Opern-Produktionen aus ihrem Fundus. Die Auktion wird vom Dorotheum durchgeführt. Die Kleidung wurde von Opernstars wie Edita Gruberova, Anna Netrebko, Rolando Villazón, Plácido Domingo oder José Carreras getragen.

Ein Auftritt wie Edita Gruberova

Die aufwendigen Roben stammen aus beliebten Produktionen wie „Carmen“ (Franco Zeffirelli), „Rigoletto“, „Lucia di Lammermoor“, „Madama Butterfly“ oder „Un ballo in maschera“. Maximale Aufmerksamkeit könnte man zum Beispiel mit dem Kostüm der Elisabeth I. aus „Roberto Devereux“ von Gaetano Donizetti erlangen. Das für Edita Gruberova entworfene prunkvolle Kleid hat ein Perlencollier, eine Krinoline (Reifrock), eine lange Perlenkette sowie zwei Strassarmbänder. Das mit Silberfarbe bearbeitete Material besteht aus Seide. Der Schätzwert liegt bei 5000 bis 6000 Euro.

Filigrane Arbeitskleidung

Ebenfalls zu ersteigern: Ein zartes Kleid mit Tutu aus „Schwanensee“. Es war an einer Tänzerin in der Choreographie und Inszenierung Rudolf Nurejews zu sehen. Doch der Eindruck täuscht, das Kleid hat schon viel durchgestanden. „Es wurde sehr oft verwendet und hat dementsprechend starke Gebrauchsspuren“, merkt das Dorotheum an. Der Schätzwert liegt bei 2500 bis 3000 Euro.

Kostüme aus den Chören

Zahlreiche Kostüme aus Chören wirken dagegen schon fast alltagstauglich. So zum Beispiel ein langes, schwarzes Kleid aus dem Damenchor von Giuseppe Verdis „Un Ballo in Maschera“. Der italienische Opern- und Filmregisseur Gianfranco De Bosio verfolgte in seiner Inszenierung von 1986 einen betont historischen Realismus, informiert das Dorotheum. Die Kostüme würden den „Geist des Rokoko atmen“. Entworfen wurden sie von der ehemaligen Kokoschka-Assistentin Santuzza Calì. Der Schätzwert liegt bei 2500 bis 3500 Euro.

Der Erlös aus der Auktion kommt zur Gänze der Nachwuchsarbeit der Wiener Staatsoper zugute.

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