Lockerungen: Wien öffnet die Kultur am 19. Mai

Gute Nachricht für die Wiener Kulturszene. Zumindest sechs Wochen lang darf noch vor Publikum gespielt werden. Die BÜHNE bietet einen Überblick, welche Premieren noch kommen.

von Redaktion, 6. Mai 2021

Lockerungen: Wien öffnet die Kultur am 19. Mai
Die kommende Spielzeit in der Wiener Staatsoper verspricht viele Highlights - und hoffentlich wieder volle Sitzreihen. Foto: Julia Schilly

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bestätigte am Donnerstagnachmittag, dass Theater, Opern- und Konzerthäuser am 19. Mai wieder vor Publikum spielen dürfen. Nach Beratung mit medizinischen Expert:innen kam die Wiener Stadtregierung zu diesem Beschluss. Zuletzt waren die Kulturhäuser am 3. November offen.

Die Sicherheitskonzepte werden evaluiert und angepasst, betonte Ludwig im Rahmen einer Pressekonferenz. In zwei Wochen sei dazu eine weitere Videokonferenz mit Expert:innen geplant. 

Für die Wiener Staatsoper, das Burgtheater und die Volksoper gibt es schon Termine. Doch auch das Volkstheater und das Theater in der Josefstadt werden den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Die Vorstellungen in der Josefstadt werden am 7. Mai veröffentlicht.

Das Publikum kann sich auf zahlreiche Premieren freuen. Die BÜHNE bietet einen ersten Überblick:

Burgtheater spielt im Akademietheater, Vestibül und Kasino

Am 19. Mai feiert August Strindbergs „Fräulein Julie“ im Akademietheater Premiere. In den Hauptrollen sind Maresi Riegner, Sarah Viktoria Frick und Itay Tiran zu sehen.

Am 22. Mai findet im Kasino die österreichische Erstaufführung von „Der Fiskus“ von Felicia Zeller statt. Es spielen: Bardo Böhlefeld, Stefanie Dvorak, Dorothee Hartinger, Sabine Haupt, Deleila Piasko. Regie führt Anita Vulesica. Die Regisseurin und Schauspielerin spielte mehrfach in Theaterstücken und Filmen von Felicia Zeller, die mit ihrer Komödie Der Fiskus für den Mülheimer Dramatikerpreis 2020 nominiert wurde.

Auch das Kinderstück (das auch Erwachsenen gefallen wird) „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ von Sibylle Berg wird endlich zu sehen sein, und zwar im Vestibül. In ihrem ersten Kinderstück erzählt Nestroy-Preisträgerin Berg von einer interplanetaren Freundschaft und Verschiebungen der Perspektive, die das Unerträgliche erträglich werden lassen.

Am 23. Mai findet im Akademietheater die Premiere von Oscar Wildes „Bunbury“ mit hochkarätiger Besetzung statt: Mehmet Ateşçi, Regina Fritsch, Max Gindorff, Marcel Heuperman, Mavie Hörbiger, Florian Teichtmeister, Andrea Wenzl und Tim Werths stehen auf der Bühne.

Am 26. Mai findet schließlich die Premiere von Thomas Bernhards „Jagdgesellschaft“ im Akademietheater statt. Der österreichische Schriftsteller hat Die Jagdgesellschaft wiederholt als eine der gelungensten seiner Dichtungen bezeichnet. Annähernd 50 Jahre nach der Uraufführung im Burgtheater 1974 widmete sich die Regisseurin Lucia Bihler, zwischen 2019 und 2021 Hausregisseurin an der Berliner Volksbühne, der Neuinszenierung des selten gespielten Bernhard’schen Sprachkunstwerks für das Akademietheater. Regie führt Lucia Bihler, es sind unter anderen Jan Bülow und Maria Happel zu erleben.

Ausblick auf die Burgtheater-Premieren im Juni

Am 8. Juni präsentiert Dead Centre „Alles, was der Fall ist“ nach Ludwig Wittgenstein. Dabei werden Fragen verhandelt, wie: „Wofür ist Philosophie gut? Hilft sie, die Welt zu verändern oder wenigstens, sie zu verstehen?“

Am 12. Juni kommt „Pelléas und Mélisande“ zur Premiere. Der amerikanische Regisseur Daniel Kramer fragt in seiner Bearbeitung von Maurice Maeterlincks (1862–1949) symbolistischem Hauptwerk in intensiven Bildern nach der Struktur traumatischer Erfahrung. Er erzählt Mélisandes Geschichte sensibel, zwischen Märchen und antiker Tragödie – mit allen Höhen und Tiefen: als Suche einer Frau nach weiblicher Stärke und selbstbestimmter Lust.

Volksoper zeigt Into the Woods

In der Wiener Volksoper findet am 24. Mai die Vorpremiere von „Into the Woods“ mit Drew Sarich und Juliette Khalil statt. Am 27. Mai kommt das Musical dann zur großen, lang erwarteten Premiere. Für Familien zeigt die Volksoper am 30. Mai die Premiere von „Das Dschungelbuch“ in einer halbszenischen Aufführung. Außerdem werden die Operetten „Der Teufel auf Erden“, „Die Fledermaus“ und „Das Land des Lächelns“ wieder zu sehen sein.

Staatsoper zeigt sechs Premieren in sechs Wochen

Das Haus am Ring wird in sechs Wochen bis zum Ende der Saison sechs Premieren vor Publikum spielen. Zum einen können zwei der Premierenproduktionen dieser Spielzeit, die nur für Kameras und Mikrofone gespielt wurden bzw. werden, nun auch vor Publikum gezeigt werden: Calixto Bieitos Produktion von Carmen sowie Faust in der Inszenierung von Frank Castorf.

Neben diesen beiden nachgeholten Premieren werden bis Ende Juni insgesamt noch vier weitere Premieren auf die Bühne gebracht: L’incoronazione di Poppea – der Auftakt der geplanten Monteverdi-Trilogie –, Macbeth in der Regie von Barrie Kosky mit Anna Netrebko als Lady Macbeth, der Ballett-Dreiteiler Tänze Bilder Sinfonien mit der Uraufführung von Martin Schläpfers Sinfonie Nr. 15 sowie Der Barbier für Kinder, die erste Kinderopern-Produktion, die in der neuen Direktion auf der Bühne im großen Haus zu sehen sein wird.

Für den Zeitraum vom 19. bis 25. Mai musste der Spielplan entsprechend den neuen Gegebenheiten leicht überarbeitet werden. Neben den zwei Faust-Vorstellungen wird auch zwei Mal Tosca mit Sonya Yoncheva in der Titelrolle sowie Piotr Beczała als Mario Cavaradossi zu sehen sein. Statt des Schließtages am 1. Juni findet ein Liederabend von Diana Damrau statt.

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