Die teuersten Musical-Produktionen am Broadway

Teuer muss nicht gleich gut sein: Diese Weisheit, die vor allem kluge Großeltern gerne predigen, gilt ebenso für den Broadway. Ausgerechnet die teuerste Show aller Zeiten bekam, vorsichtig formuliert, nicht die besten Kritiken und konnte auch das Publikum nicht begeistern.

von Redaktion, 19. März 2021

Die teuersten Musical-Produktionen am Broadway
Eine Szene aus dem Broadway-Musical „Spider-Man: Turn Off The Dark", aufgenommen vor fast genau zehn Jahren. Credit: Alamy Stock Photo

5. Beauty And The Beast: 14.400.000 Euro

Mit „Die Schöne und das Biest“ wagte sich Disney erstmals in die Welt der Musicals. Stoff war der bereits extrem erfolgreiche Animationsfilm mit dem gleichen Titel. 1994 wurde am Broadway Premiere gefeiert, mit einem Produktionsbudget von mehr als 14 Millionen Euro. Der Versuch das Disney-Imperium auszuweiten war erfolgreich: 13 Jahre lang lief das Stück.

4. The Lion King: 22.700.000 Euro

Was für ein Triumph: The Lion King wurde 1997 mit einem Budget von rund 23 Millionen Euro eröffnet und spielte weit mehr als 800.000 Millionen Euro ein. Es gilt als das umsatzstärkste Broadway-Musical, das es je gab und schubste damit „Phantom of the Opera“ vom ersten Platz – die am längsten laufende Show.

Der König der Löwen lief in seiner Musicalform unter anderem bereits in Hamburg, Sydney, Shanghai, Marid, Den Haag, Tokio, Johannisburg, Singapur und London. Die US-Regisseurin Julie Taymor feierte mit dem Werk ihren Durchbruch als Theaterkünstlerin. Dieser Name wird bei Platz 1 noch einmal vorkommen.

3. Frozen: 20.700.000 Euro

Anna und Elsa schafften es sogar bis auf die Broadway-Bühne. Der – vor allem bei Kindern – beliebte Disney-Film rund um die Eiskönigin wurde nach einer Premiere in Denver im März 2018 in New York erstmals aufgeführt. Interessantes Detail am Rande: Eine Umfrage von Disney ergab, dass 70 Prozent der Besucherinnen und Besucher keine Kinder hatten. Die Thematik rund um die achtjährige, zaubernde Prinzessin im hellblauen Kleid berührt also über das Pflichtschulalter hinaus.

Kritikerinnen und Kritiker zeigten sich weniger überzeugt. Die New York Times nannte das Musical „oft langweilig, stellenweise blöd“. Covid-19 gab der Produktion den Rest: Im Mai 2020 fiel der letzte Vorhang nach 825 regulären Vorstellungen

2. Shrek: 21.700.000 Euro

Auf Platz zwei landet ein weiterer Comic-Held. Die Bühnen-Adaption von „Shrek“ wurde im Dezember 2008 mit einem stolzen Budget von fast 22 Millionen Euro eröffnet. Die Kritiken waren jedoch eher durchschnittlich bis wohlwollend. Und obwohl ein Kinohit, konnte das Musical das Publikum nicht überzeugen, das bald ausblieb. Nach nur einem Jahr verlies „Shrek“ den Broadway. Nach einer großen Überarbeitung folgte eine mehrjährige US-Tour, um die Kosten einzubringen.

1. Spiderman: 62.000.000 Euro

Es ist immer schwierig, mit so einem Anspruch anzutreten: Das Spiderman-Musical sollte das größte und erfolgreichste Broadway-Stück aller Zeiten werden. „Spider-Man: Turn Off the Dark“ scheiterte daran jedoch. Denn anstatt ein Riesenerfolg zu werden, spottete bald ganz New York über das Spektakel.

Aber der Reihe nach: Im Jahr 2002 verkündete U2-Sänger Bono, dass er sich im Musical-Fach probieren wolle. Großspurig meinte er, dass er „sehen wolle, ob er nicht Andrew Lloyd Webber Konkurrenz machen kann“. Der Stoff war schnell gefunden: Die Spiderman-Comicwelt. Und ebenso rasch war mit Julie Taymor eine renommiert Regisseurin mit an Board. Sie hatte bereits mit „Lion-King“ einen Riesenhit gelandet.

Ab dann lief nichts mehr glatt. Taymor rang mit dem Inhalt, da sie für ihr Drehbuch antike Mythologie und den Comic-Stoff verweben wollte. Die aufwendige Produktion verschlang weit mehr als 800.000 Euro pro Woche, der Start verzögerte sich immer mehr. Noch vor der ersten Vorführung für Presse und ein ausgewähltes Publikum kostete das Projekt fast 21 Millionen Euro. Und eben jene ersten Rezensentinnen und Rezensenten schrieben vernichtende Kritiken.

Als ob das nicht genug des Unglücks wäre, verletzten sich reihenweise Darstellerinnen und Darsteller bei den artistischen Flugnummern, bei denen sie an Seilen befestigt in schwindelerregender Höhe agierten. Als das Musical endlich im Sommer 2011 anlief, hatte es schon mehr als 62 Millionen Euro an Produktionskosten verschlungen. Kosten, die nie zuvor ein anderes Musical auch nur annähernd erreicht hat. Nach einer anfänglichen Neugierde blieb auch das Publikum aus.

Die Krönung der Saga: Julie Taymor klagte Bono auf eine entsprechende Umsatzbeteiligung. Man einigte sich auf einen Vergleich. Nach nur zwei Jahren wurde das Stück aus dem Programm genommen, vermerkt nur durch eine kleine Notiz im Wall Street Journal.

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